Die SG VolleyAlb beginnt die Rückrunde mit einem Ausrufezeichen!

Es ist 21.48 Uhr an diesem Samstag, den 19. Januar 2019 und die Landkreishalle in Heidenheim kocht – Spieler liegen sich in den Armen, die Zuschauer applaudieren und beglückwünschen die Heim-Mannschaft überschwänglich.

Doch der Reihe nach. Nach der Pause über die Weihnachtsferien hat diesen Samstag die Rückrunde in der Volleyball-Oberliga begonnen, in der die 1. Mannschaft der SG Volley Alb mit mageren vier Punkten auf dem letzten Platz stand. Und ausgerechnet gegen die starke Truppe des TSV G.A. Stuttgart 3, die auf dem zweiten Tabellenplatz überwintert hatten, musste man sich nun vor heimischer Kulisse bewähren. Denkbar ungünstig waren also die Voraussetzungen vor dem Spiel und entsprechend gingen die Dettinger Ballsportler als „Underdogs“ in die Partie.

Doch nicht alle Zeichen sprachen gegen die Spieler der SG Volley Alb: Zwölf einsatzbereite Spieler ließen einen gewissen Spielraum für taktische Wechsel, mit Daniel Schwarz kehrte ein erfahrener und durchschlagkräftiger Spieler in die Mannschaft zurück und auch der vielseitige Neuzugang Michael Barth konnte sein Debüt feiern. An der Seitenlinie kam der routinierte Spieler Adam Feller zum Einsatz, der die Mannschaft vor Spielbeginn motivierte und auf das Spiel und den zu erwartenden starken Gegner einschwor.

Als die Schiedsrichter dann um 19.30 Uhr das Spiel anpfiffen, waren beide Teams bereit, sich auf Augenhöhe zu begegnen und die ca. 90 Zuschauer sahen eine entschlossene Heimmannschaft. Nach anfänglichem Abtasten und einem Zwischenstand von 8:8 konnten sich die Gäste mit einem konsequenteren Angriff-Spiel im weiteren Verlauf des Satzes jedoch zunehmend durchsetzen und entschieden diesen trotz eines engagierten Auftretens des Teams um Coach Feller für sich.

Im zweiten Satz kam die SG Volley Alb besser in Schwung und führte zu Beginn des Satzes. Nach mehreren umkämpften Bällen setzte sich die Heimmannschaft vor allem durch ein variables Spiel über die beiden stark besetzten Außen- und Mittelblock-Positionen ein ums andere Mal gegen den in dieser Phase überforderten Gegner durch. Besonders der starke Mittelblock durch Fabian Dietz stellte die Stuttgarter vor eine schwere Herausforderung. So wuchs der Vorsprung auf zwischenzeitlich sieben Zähler an und konnte über einen Großteil des Satzes gehalten werden, an dessen Ende sich die Gäste zwar noch einmal herankämpften, den Satzgewinn von 25:21 für Dettingen jedoch nicht mehr verhindern konnten.

Trotz der weiterhin motivierenden Ansprachen des Trainers in der Pause und den Auszeiten konnte die Mannschaft um Kapitän David Wörner im dritten Satz nicht an die guten Leistungen des vorherigen Satzes anknüpfen. Da die Annahme und dadurch auch die Chancenverwertung nachließen, konnten sich die Gäste zunächst mit 6:1 absetzen, was der Coach der SG Volley Alb mit einem Wechsel auf der Diagonalposition auszugleichen versuchte. Doch weder die Einwechslung von Neuzugang Michael Barth, noch die des Mittelangreifers Ayke Rudolph beim Stand von 11:5 für den Gegner, konnten den Satzverlust verhindern.

Entsprechend geknickt und enttäuscht begaben sich die Spieler aufs Feld zu Beginn des vierten Satzes, der bei einem Verlust schon das Ende des Spieltags bedeutet hätte. Doch als Stuttgart den ersten Punkt bei eigenem Aufschlag abgab und Kapitän David Wörner die Volley Älbler mit starken Aufschlägen mit 5:0 in Führung brachte, wurde der Kampfgeist der Mannschaft wieder geweckt. Unterstützt durch die stabile Annahme des Liberos Felix Hehnle, angespornt durch die Anfeuerungsrufe der Zuschauer und motiviert durch stark vollendete Punkte, bauten die Dettinger ihren Vorsprung weiter aus. Als die Gäste allerdings wieder erstarkten und sich auf 12:13 herangekämpft hatten, erkannte Coach Feller, dass sich ein Krimi abzeichnete und trat der Aufholjagd der Gäste mit einer Auszeit entgegen, in deren Folge der nächste Aufschlag der Stuttgarter vergeben wurde. Im weiteren Verlauf konnte sich keines der beiden Teams absetzen und obwohl Stuttgart kurz vor Ende des Satzes mit 22:21 die Nase vorn hatte, setzte sich der Underdog aus Dettingen erneut am Ende mit 25:23 durch und sicherte sich mit dem zweiten Satzgewinn zumindest schonmal einen Punkt.

Doch nun war die Siegeslust der Volley Älbler beflügelt und sie wollten mehr: Von den klaren Worten ihres Coaches und den Anfeuerungsrufen der Fans und der Ersatzspieler getragen, begannen sie den fünften und entscheidenden Satz. Trotz eines großen Engagements lagen die Hausherren jedoch beim Seitenwechsel mit 5:8 hinten. Auch in der Folge konnten sich die starken Außenangreifer gegen den aggressiven Doppelblock der Stuttgarter nicht immer durchsetzen und so stand es immer noch 10:13 für Stuttgart, als die heiße Schlussphase begann… Durch Druckvolle Aufschläge und ein konsequenteres Angriffs-Spiel kämpften sich die Dettinger Herren wieder heran und glichen schließlich zum 14:14 aus. Die Stimmung war am sieden und jeder einzelne Punkt wurde frenetisch gefeiert. Den ersten Satzball wehrten die Stuttgarter zwar noch erfolgreich ab, konnten sich dann aber in der Folge gegen die entschlossenen Hausherren und ihre lautstarken Fans nicht mehr zur Wehr setzen.

Es ist 21.48 Uhr an diesem Samstag, den 19. Januar 2019 und die Landkreishalle in Heidenheim kocht – der Tabellenletzte und Underdog SG Volley Alb schlägt überraschend den Tabellenzweiten Stuttgart mit 3:2 und startet so erfolgreich in die Rückrunde.

Text: Michael Barth

Kommentar verfassen