So nah dran: TSV nützt seine Chance auf Klassenerhalt nicht

Nach klarem Auftaktsieg im 2.Spiel Satzbälle leichtfertig vergeben

Nach dem klaren 3:0-Auftaktsieg  gegen den Zweiten der Landesliga Nord, den TV Hausen, war man im Dettinger Lager in bester Stimmung. Auch als der TSV  gegen die jungen Rottenburger 1:0 führte, war man noch guter Dinge. Dann aber  wurde die Chance zum 2:0 trotz der mehrerer  Satzbälle leichtfertig vertan, was sich bitter rächte. 1:3 gegen den Vertreter der Landesliga Süd hieß es am Ende und damit war der Abstieg besiegelt. Die Hoffnung, dass Rottenburg sein 2.Spiel verlieren würde, erfüllte sich nach spannendem Match gegen Hausen nicht.

Natürlich war es eine Hiobsbotschaft, dass sich Zuspieler Johannes Kamper im  Training verletzt hatte und für dieses wichtige Turnier nicht zur Verfügung stand. Konstatin Vogel sprang trotz einigem Trainingsrückstand ein, auch Florian Hornung begleitete das Team für den Notfall. Aber im ersten Spiel gegen die Gastgeber sollte dieser Umstand keine Rolle spielen. Trainer Martin Kreher vertraute im ganzen Spiel seiner Stammformation mit Vogel auf Zuspiel, Kaiser auf der Diagonalposition sowie dem umsichtigen Fröscher auf dem Liberoposten. Klein und Peller besetzten die Außenpositionen, Schwarz und Dietz die Mitte.
Der Anfang bestand in einem Abtasten. Hausen, das zwei Wochen zuvor dem Zweiligisten Fellbach im Pokal ein 1:3 abgetrotzt hatte, startete mit 2 starken Blockaktionen gegen Kaiser und Peller, dann aber konnte Dettingen aufholen und  ausgleichen. Beide Teams wirkten verständlicherweise nervös, Fehler und gelungene Aktionen wechselten sich in dieser Phase ständig ab. Über Kaiser und Peller sowie einer starken Leistung  von Mittelblocker Schwarz konnte sich der TSV absetzen.Man ließ sich auch nicht vom erneuten Ausgleich ablenken und nachdem  Kaiser zum Aufschlag gekommen war, ging es schnell. Er setzte die Gastgeber mit seinen Angaben unter Druck, was die Fehlerquote erhöhte und die Dettinger Angreifer , allen voran Dietz, stark machte. Am Ende hieß es 25:18 für den TSV.
Kreher wechselte im 2.Sattz nicht, vertraute weiter seinem inzwischen überlegenen Team. Erneut ging es am Anfang eng zu, allein Kaiser und Peller konnten mit ihren Aufschlägen Vorteile für den TSV erarbeiten. Klein war es dann, der mit seinen Agriffen und dann auf der Aufschlagposition den Startschuss für einen deutlichen 25:19- Sieg auch in Satz 2 gab. Als Peller einen seiner kraftvollen Angriffsschläge zum Endergebnis versenkte, war klar, dass der TSV das Spiel nicht mehr aus der Hand geben würde.
Und so war es auch. Satz 3, den Vogel auf der Aufschlagposition begann, wurde lehrbuchhaft gestartet. Ein erfolgreicher Angriff  nach dem anderen brachte einen schnellen 6:0-Vorsprung. Zwar kamen die Hausener heran, aber  immer wenn Peller oder Kaiser aufschlugen, wurden die Gastgeber unsicher. Im Spielverlauf steigerte sich der TSV noch und beendete Satz und Spiel nach herrlichen Aktionen überlegen . 25:14 im 3.Satz war ein klares Ergebnis.
Würde die Kraft an diesem schwülen Tag reichen? Schließlich gab es für Kreher wenige Wechselmöglichkeiten. Der zweite Gegner, die Dritte des Bundeligisten TV Rottenburg, stellte ein junge Mannschaft aufs Feld, verstärkt durch einen ehemaligen, sehr erfahrenen Bundesligaspieler. Ein Team, das als A-Jugend-Team auf nationaler Ebene bei  Deutschen Meisterschaften erfolgreich gewesen war und technisch sowie taktisch einen guten Eindruck machte.
Zunächst gelang es dem TSV wieder, durch Aufschläge von Peller Druck zu erzeugen. Dettingen führte schnell 6:2, ließ sich kurz vom Schiedsgericht aus der Ruhe bringen und produzierte drei Ausbälle in Folge, schlug dann 2 Aufschläge ins Aus und verlor die Sicherheit. So wurden die jungen Rottenburger mutiger, ärgerten den TSV mit ihren Flatteraufschlägen zusehends. Solange Dettingen gegenhalten konnte, blieb es bei einem engen Spielstand. Dann aber konnte der TSV ebenfalls den Aufschlagdruck erhöhen, was den Angreifern mehr Möglichkeiten eröffnete. Am Ende machte Schwarz alles klar und setzte den Schlusspunkt zum deutlichen 25:19-Endstand.
Gute Stimmung trotz geringer Pause im Dettinger Lager, die aber schnell umschlug. Vogel  setzte gleich den ersten Aufschlag ins Netz, während die Jungs aus Rottenburg nun mit starken Aufschlägen antworteten. Und der Erfolg machte mutig, während der TSV nicht mehr ins Spiel kam. Beim 5:10 nahm Kreher eine Auszeit, die auch Wirkung zeigte. Peller am Block vorbei, Dietz mit Aufschlagpunkten – das Spiel blieb nun eng. Auch deshalb, weil Dettingen trotz guter Aktionen von Kaiser und Dietz die Spendierhose angezogen hatte. Immer wieder landete der Aufschlag im Netz oder im Aus, Rottenburg wirkte in den engen Situationen am Netz präsenter. Als die Neckarstädter 24:22 führten, schien der Satz bereits entschieden, aber was dann kam, war  nicht mehr zu überbieten:
Peller und Kaiser schafften nicht nur den Ausgleich, sondern brachten  den TSV sogar in Front. Den Siegschrei auf den Lippen spielte Klein ins Aus. Zweimal glich Schwarz aus, Dettingen spielte den folgenden Aufschlag ins Aus. Dietz glich wieder aus, Aufschlag ins Aus. Netzfehler von Rottenburg nicht geahndet, Angriff ins Aus. Rottenburg holte den Satz 31:29, eine denkbar knappe Sache.

Die Auswirkungen  dieser Satzniederlage waren in Satz 3 zu spüren. Der TSV, dessen Kraft deutlich nachließ, spielte unkonzentriert, schlug  Bälle ins Aus, war am Netz nicht mehr konsequent genug, während der zunächst ebenso nervös agierende Gegner immer mutiger wurde. Dennoch blieb Dettingen dran, glich sogar zum  20:20 aus. Doch danach folgte wieder Fehler auf Fehler: Aufschlag ins Aus, Annahmefehler, Angriff abgeblockt, Aufschlag ins Netz.  Rottenburg holte sich den 3.Satz 25:21 und setzte damit den TSV, der nun Wechseloptionen gebraucht hätte, unter Druck.

Schnell hieß es 0:4 aus TSV-Sicht, was allein auf eigene Fehler zurückzuführen war (Antenne, Netzberührung, Aus).Kaiser setzte zwar nochmals Lebenszeichen, auch über die Mitte konnten Dietz und Schwarz punkten, aber dieses Erfolgsrezept war nur selten umzusetzen, weil die Annahme nicht mehr sauber genug gelang. Nur kurz zeigte auch der Gegner Annahmeschwächen, ließ beim Stand von 10:12 nochmals Hoffnung bei Dettingen aufkommen, aber dann verlor man zusehends die Ordnung, kam immer wieder zu spät. Auch Wörner und Gall konnten nichts mehr retten, Rottenburg siegte gegen ein abbauendes Team 25:17 und konnte sich schon auf die Oberliga einstellen.

Trainer Martin Kreher brauchte einige Zeit, um sich an die Niederlage, die den Abstieg bedeutete, zu gewöhnen. „ Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und Hausen schnell besiegt. Trotz der wenigen Wechselmöglichkeiten hatten wir gegen die jungen Rottenburger  gute Chancen. Wenn wir  den zweiten Satz mit so vielen Satzbällen für uns entschieden hätten, wären wir durch gewesen. Aber diese Aufschlagfehler  haben uns das Genick gebrochen. Das ist schwer zu verkraften. Insgesamt war bei meinem Team, das genügend Potential hat, der Kopf nicht frei und die Kondition reichte noch nicht.“
Beinahe hätte es dem TSV doch noch gereicht, denn Rottenburg schrammte im 2.Spiel knapp an einem 1:3 vorbei. Letztlich reichte es dem TVR noch zu einem knappen 2:3.
Dettingen muss nun die Zukunft neu planen. Die Verantwortlichen arbeiten bereits an konkreten Plänen, um die Volleyballidee „Volley Alb“ weiterzuführen.

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