Niederlage in Freiburg: Dettingen verschlägt den Matchball

Volleyball-Regionalliga: TSV verliert beim Konkurrenten 1:3 (26, -19, -14, -22)

Was im nahe gelegenen Freizeitpark in Rust als Sensation geboten wird, das konnten die Dettinger Fans am Samstagabend in der Burdahalle erleben: Eine hektische Achterbahnfahrt, ein Spiel, das für schwache Nerven sicher nicht geeignet war. Am Ende konnten die Gastgeber feiern, denn sie hatten die Regionalliga gesichert, während auf TSV-Seite der Frust groß war: Der Frust über die Art, wie nach dem großartigen Kampf im ersten Satz das Spiel hatte entgleiten können.
Dettingen ging ohne Grimm, Vogel sowie Libero Fennell, dennoch aber mit einem guten Gefühl ins entscheidende Spiel. Und Stephan Kaiser setzte mit einem knallharten Angriff gleich ein Zeichen in Richtung Gastgeber. Der TSV ging 4:2 in Führung und dominierte die Anfangsphase. Auf TSV-Seite war es immer wieder St. Kaiser der als Diagonalangreifer nicht zu bändigen war. Allerdings konnten sich die Gäste in der Folge wegen einer Fülle von Eigenfehlern nicht absetzen: Nachlässigkeiten in der Annahme, ins Aus geschlagene Aufschläge und Missverständnisse brachten eine unnötige Hektik ins Spiel, sodass der erste Satz ständig umkämpft war. Trainer Kunz versuchte mit verschiedenen Aufschlagvarianten Freiburg unter Druck zu setzen, aber kein Team konnte sich absetzen. In der Endphase sah es beim 19:22 kurz nach einem Vorteil für die Gastgeber aus, aber mit einer bemerkenswerten Energieleistung und starken Abwehraktionen von Libero Peter Fröscher kam der TSV wieder zum 23:23-Ausgleich und schaffte sogar noch den 28:26- Satzerfolg, der von Spielern wie Zuschauern als Türöffner zu einem möglichen Sieg erlebt wurde.

Dann die Überraschung zu Beginn des zweiten Satzes: Es war wieder St. Kaiser, der den ersten Punkt für Dettingen erzielte, aber das beim Stand von 0:6! Eklatante Annahme-probleme und ein Freiburger Aufschlagspiel, das gnadenlos diese Schwäche ausnutzte, waren die Ursachen für den komplett misslungenen Start in den zweiten Satz. Erst dieser Rückstand rüttelte den Gast auf, der sich über ein besseres Blockspiel und druckvollere Aufschläge wieder auf 8:11 heranarbeitete. Die nächsten sechs Punkte für die Gastgeber passten für den TSV eher in die Kategorie Gruselkabinett als in ein Volleyballspiel: Die Freiburger kamen über die Außenposition und die schnelle Mitte immer wieder zu Punkten, während der TSV Eigenfehler um Eigenfehler produzierte. Beim 8:16 brachte Kunz David Wörner für den glücklosen Marcus Kaiser und sich selbst im Zuspiel für Hornung um den Spielrhythmus zu ändern. Kurz keimte Hoffnung auf, denn Freiburg zeigte sich beeindruckt und machte nun seinerseits mehrere Fehler, die den TSV auf 10:14 heranbrachten. Aber genau in dieser Aufbruchsphase kam der Freiburger Außenangreifer in einen tollen Lauf, der sein Team auf 23:17 wegziehen ließ. Obwohl der überzeugende, ständig kämpfende Felix Fröscher noch einmal mächtig aufdrehte, konnte der 19:25-Satzverlust nicht mehr verhindert werden.

Das Spiel des TSV musste über eine bessere Annahme variabler werden und dafür sollten Wörner und die Fröscher-Brüder sorgen. Zunächst aber setzten die Gastgeber ihr erfolgreiches Spiel fort und gingen 5:1 in Führung. Unter Druck entstandene Eigenfehler machten auch die erfolgreiche Arbeit von St. Kaiser zunichte, der mit den Freiburger Außen um die Wette schmetterte. Ein Spielaufbau, der die FT im Block vor größere Probleme stellte war nicht möglich und auf der anderen Seite waren die Aufschläge der Dettinger annähernd wirkungslos. Lange Zeit blieb der Abstand zwischen den beiden Teams erträglich, als sich dann aber Block und Abwehr der Gastgeber besser auf den einzig konstanten Punktesammler St. Kaiser eingestellt hatten, fiel der TSV völlig auseinander und mussten den Gastgebern den dritten Satz deutlich mit 14:25 überlassen.

Eine sehr deutliche Pausenansprache und einige Umstellungen sollten die Dettinger zurück ins Spiel bringen. Hornung wieder auf der Zuspielposition, Alex Kreis für den erschöpften F. Fröscher und M. Kaiser auf außen, sowie Schneider für Schleicher im Schnellangriff. Und nun präsentierte sich Dettingen anders. Die Gastgeber hatten Probleme mit den Aufschlägen von Schwarz, Kreis führte sich gleich mit einem erfolgreichen Block ein. Schnell führten die Gäste 5:2- und hatten genau so schnell den Vorsprung wieder verspielt. Allerdings hielten die Dettinger nun mit, mit den stark auftretenden Kaiser-Brüdern gingen sie sogar mehrfach in Führung. Die Annahme arbeitete wieder stabiler und Hornung konnte öfter die Mitte einsetzen. Beide Mannschaften leisteten sich in dieser wichtigen Phase teilweise ärgerliche Eigenfehler, die zu einem Patt führten. Nach einem zwischenzeitlichen 14:17-Rückstand kämpfte sich der Gast wieder zum Ausgleich und zur Führung. Es wurde am Schluss ganz eng, und es kamen für die Dettinger auch noch zwei strittige Entscheidungen zu ihren Ungunsten dazu. So ging auch der 4. Satz 22:25 verloren, was für die Freiburger den Klassenerhalt, für die Dettinger ein weiteres Zittern und die Abhängigkeit von den Ergebnissen der 2. Und 3. Liga bedeutet.

Der Trainer der Freiburger Florian Schneider sprach von einem starken Spiel seiner Mannschaft und der richtigen Reaktion auf die schwache Leistung gegen Eningen in der vergangenen Woche, der TSV-Trainer Dennis Kunz musste ihm beipflichten: „Der junge Libero hat ein sehr starkes Spiel gemacht und auch sonst war die FT das deutlich kompaktere Team. Wie vor dem Spiel gesagt, war es die Leistung in Annahme und Aufschlag, die das Spiel entschieden hat, leider aber gegen uns. Schon mehrfach in dieser Saison haben wir nach einem überragenden Satzende im ersten Durchgang danach völlig die Linie verloren. Die Mannschaft konnte dem Druck nicht Stand halten und hat es entgegen den Freiburgern nicht geschafft, eine starke Leistung abzurufen. Ein starker Stephan Kaiser reicht allein für die Regionalliga nicht aus. Da stelle ich auch meine Arbeit in Frage.“

Es spielten: F. und P. Fröscher, Hornung, M. und St.,Kaiser, Kreis, Kunz, Peller, Schleicher, Schneider, Schwarz und Wörner.

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