Konstantin Vogel stellt die Weichen auf Klassenerhalt

Volleyball Regionalliga: Dramatischer 3:1-Sieg (23, 24, -20, 28) gegen den TSV Mimmenhausen begeistert die Halle

War das eine sensationelle Entwicklung! Nach der Niederlage beim Konkurrenten FT Freiburg II  hatte man beim TSV schon das Allerschlimmste befürchten müssen, nun kann sich der TSV berechtigte Hoffnungen auf den Verbleib in der Regionalliga machen. Und das nach der Leistung gegen den mutmaßlichen Aufsteiger in die Dritte Liga völlig verdient. Es lag in der Natur der Sache, dass die Begegnung äußerst spannend verlief und die Nerven aller Beteiligten arg strapaziert wurden. Die Anspannung  löste sich schlagartig, als die Kunde aus Freiburg eintraf, dass der USC seinen Nachbarn FT 3:1 geschlagen und damit Dettingen den Weg auf Platz 7 frei gemacht hatte.

Das Spiel gegen die leicht ersatzgeschwächten Gäste begann für die Hausherren optimal. Schleicher punktete zunächst über die Mitte, dann setzte er die Gäste mit effektiven Aufschlägen unter Druck. Der in Annahme und auf außen so wichtige Felix Fröscher  sowie Markus und Stephan Kaiser mit starken, aber auch mit raffinierten Bällen, brachten den TSV in Front, bevor die Gegner vom Bodensee über ihren starken Außen und die schnelle Mitte zum Ausgleich kamen, sogar leicht in Führung gingen. Die anfängliche Lockerheit wich einer gehörigen Portion Anspannung und auch in der Halle wurde es sehr still. Nach dem Ausgleich zog der Tabellenzweite routiniert auf 20:14, sogar auf 22:14 davon, spielte taktisch klug und sah wie der sichere Sieger aus. Bei Dettingen war der Spielaufbau zu ungenau, um die technisch sehr starken Gäste in Verlegenheit zu bringen. Beim 15:22 brachte Trainer Dennis Kunz dann Konstantin Vogel auf die Aufschlagposition. Vogel brachte mit seinen Bällen die Gäste völlig durcheinander und leitete die Endphase eines Satzes ein, der die Dramatik des Spiels vorweg nahm. Über die starken Aufschläge kam der TSV entweder direkt zu Punkten oder konnte im Block-, Abwehrbereich die Angriffe des Gegners entschärfen um selbst zu punkten. Acht Punkte später hatte Vogel die Dettinger Mannschaft und die Halle zurück ins Spiel gebracht und die Grundlage für Dettingens sensationelles 25:23 im ersten Satz gelegt.

Vogel, der sein bisher bestes Spiel im TSV-Trikot machte, blieb auch in Satz zwei im Team, in dem wieder F. Fröscher  den TSV in Front brachte. Nach einem tollen Diagonalangriff von St. Kaiser setzte Vogel sein Aufschlagfestival fort, das erst beim 9:4 für die Gastgeber endete. Im Gegensatz zu Spielen zuvor, setzte Dettingen nach und führte schließlich  19:14. Was wie ein klarer Satzerfolg aussah, entwickelte sich aber wieder zu einem richtigen Krimi. Mimmenhausen  raffte sich auf und wie im ersten Durchgang die Gegenseite, so holten jetzt sie Punkt um Punkt auf. Der Tabellenzweite wurde nach einer Auszeit im Block immer sicherer, während sich die TSV-Spieler von ihrer schwächeren Seite zeigten und viele Eigenfehler produzierten. Hin und her wogte das Spiel am Ende, aber die Gastgeber gaben nie auf und holten sich auch Satz zwei, dieses Mal 26:24.

Kunz brachte nun mit David Wörner für Felix Fröscher  und Andreas Schneider für den unter der Woche erkälteten Daniel Schwarz, zwei neue Akteure auf das Feld. Die Gäste spielten nun aber mit und machten den Dettingern gehörig Druck, dem diese lange nichts entsprechendes entgegenzusetzen hatten. Die Gastgeber mussten so einem 10:18-Rückstand hinterherlaufen, ließen sich aber trotzdem nicht beirren und kamen mit Wörner wieder heran. Kunz löste den guten Florian Hornung als Zuspieler ab, um mehr Druck über den Schnellangriff ins Spiel zu bringen. Als Schneider den Mittelblocker der Gäste sensationell abgeblockt und sein Team wieder auf 18:20 herangebracht hatte, keimte bei den zahlreichen Zuschauern wieder die Hoffnung auf eine weitere erfolgreiche Aufholjagd. Zwei unglückliche Aktionen und Annahmefehler machten diese Hoffnungen aber schnell zunichte. Mimmenhausen holte sich den dritten Satz 25:20.

Wie würden die Gastgeber reagieren? Dettingen musste den vierten Satz gewinnen, um sich die kleine Chance auf den 7. Platz zu erhalten. Kunz brachte in Satz vier wieder Hornung und F. Fröscher für Wörner, sein Team kam aber schlecht aus den Startlöchern: Allerdings hatten auch die Gäste immer wieder Probleme Konstanz in ihr Spiel zu bringen, sodass der TSV-Zug  einen neuen Anlauf nehmen konnte. Wie gewonnen, so zerronnen – das konnte man in dieser Saison häufig feststellen, so war es auch in dieser entscheidenden Phase des Spieles, das sich immer dramatischer entwickelte. Dettingen hielt lange eine 3-Punkte-Führung, machte sich dann aber durch Eigenfehler das Leben schwer. So konnte sich keine Mannschaft im Satzverlauf wirklich absetzen. M. Kaiser kam noch einmal für Fröscher, um am Netz stärker präsent zu sein. Was die Zuschauer dann erlebten, war an Spannung und an Dramatik nicht mehr zu überbieten. Der TSV hatte sich gegen Satzende einen kleinen Vorsprung erarbeitet und beim 24:22 alle Trümpfe in der Hand. Aber wieder sollte es nicht reichen. Eigene wirkungslose Angriffe und ein auftrumpfender Gäste-Außenangreifer stellten den Ausgleich her. Dettingen blieb aber im Spiel und hielt dagegen, wollten mit aller Macht diesen Sieg. Kein Team konnte in der Folge seine Satzbälle  verwerten. Erst das umjubelte 30:28 brachte den Gastgebern drei wichtige Punkte und einen grandiosen Sieg im letzten Saisonspiel.

Nach dem Spiel ging das Zittern weiter, war man doch abhängig von den Ergebnissen auf den anderen Feldern. Zunächst kamen schlechte Nachrichten aus der 3. Liga, in der Aalen in Frankfurt verlor und damit Bühl durch eine Niederlage in Hausen auf einen möglichen Abstiegsplatz rutschte. Dies bedeutete, dass der USC Freiburg deutlich gewinnen musste und wenig später wurde es zur Gewissheit den 7.Platz doch noch erreicht zu haben, der im Normalfall den Verbleib in der Regionalliga bedeuten müsste.

„Wir hatten uns für das Spiel nur vorgenommen, einen versöhnlichen Abschluss unter unsere schwierige erste Regionalligasaison zu setzen, da wir alle sehr viel investiert hatten. Wir wollten, wie im ersten Heimspiel gegen Durmersheim, einfach diesen großen Erfolg, überhaupt diese Liga erreicht zu haben, noch einmal genießen“, beschrieb Kunz die Situation vor dem Spiel. „Der Start war gut, aber schnell schlich sich wieder die Anspannung ein, die uns in den letzten Wochen begleitet. Konstantin hat uns mit seinem Auftritt heute das Spiel und die Saison gerettet und gerade für ihn freut es mich besonders, da er durch die starke Konkurrenz nicht so viele Einsätze hatte. Aber gerade die Bankspieler haben in den letzten Spielen für wichtige Punkte gesorgt und gezeigt wie wertvoll ein großer Kader ist.“

Es spielten: Fennell, F. und P. Fröscher, Hornung, M. und St. Kaiser, Kreis, Kunz, Schleicher, Schneider, Schwarz, Vogel und Wörner.

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