Dettingen nutzt große Chance zum Klassenerhalt

Volleyball- Regionalliga: TSV schlägt Stuttgart 3:1

Wenn in der Dritten Liga nicht alles schief läuft, hat Dettingen mit dem 3:1-Erfolg (23, 23, -10, 22) einen entscheidenden Schritt Richtung Klassenverbleib gemacht. Der drittletzte Platz ist bereits sicher, am nächsten Samstag kann der  TSV beim unmittelbaren Konkurrenten FT Freiburg II den Klassenerhalt abseits aller Rechenspiele in der Dritten Liga selbst klar machen. In einem teilweise engen Spiel konnte sich der 15-jährige Adam Peller am Ende als Matchwinner feiern lassen.

Stephan Kaiser eröffnete das Spiel, das sehr unruhig begann. Mehrere technische Fehler, Aufschläge ins Aus – beide Teams konnten zunächst ihre Nervosität nicht ablegen. Man merkte dem Spiel deutlich an, welche große Bedeutung es in diesem Saisonabschnitt hatte. Dennoch gelang es  Dettingen, sich einen 4-Punkte-Vorsprung herauszuspielen, als dem wiedergenesenen Schwarz  mehrfach Blockpunkte gegen die Stuttgarter Angreifer gelangen. Aber immer wenn die Gastgeber nicht mehr konsequent spielten, kamen die Gäste wieder heran, die von vielen Aufschlagfehlern und vielen vergebenen Bällen profitierten. Der TSV war in der Feldabwehr häufig zu verkrampft, um die zunächst schwach spielenden Gäste deutlicher in die Schranken zu weisen. Auch die Maßnahme, mit Wörner für M. Kaiser einen starken Aufschlag- und stärkeren Annahmespieler zu bringen zeigte nicht den gewünschten Erfolg. St. Kaiser, der spektakuläre Bälle ins gegnerische Feld drosch und im Angriff stark aufspielte, war es dann, der den am Ende knappen Satz für den TSV eintütete. Das Ergebnis war mit 25:23 zwar knapp, dennoch aber hoch verdient für die Hausherren.

Trainer Dennis Kunz ließ sein Team um Zuspieler Florian Hornung und den in der Feldabwehr starken Libero Sascha Fennell unverändert und sah sein Team nach einem starken Auftritt von St. Kaiser wieder 6:4 in Front. Zwei ungewöhnliche technische Fehler  und zwei von Allianz abgeblockte Angriffe – und schon waren die Gäste wieder herangekommen. Was nun folgte, war ein heftiger Schlagabtausch mit langen Ballwechseln, bei dem sich keine Mannschaft absetzen konnte. Beide Teams leisteten sich viele einfache Fehler, die Anspannung war deutlich zu sehen, wusste man doch, dass der Verlierer sicher abgestiegen sein würde. Auf Dettinger Seite wurden immer noch zu viele Bälle verschenkt, auf der anderen Seite arbeitete der Annahme-Angriff-Komplex um den starken Felix Fröscher sehr gut. Am Satzende waren es die Kaiser-Brüder, die den Satz mit 25:23 zugunsten der Dettinger sicherten.

Nun hätte man ein selbstbewusstes Auftreten der Gastgeber erwartet, denn Allianz Stuttgart musste unbedingt den 3. Satz gewinnen, wollte man die Chance auf zwei Punkte noch wahren. Doch das Gegenteil war der Fall, der TSV brachte nichts mehr zustande, während die Stuttgarter über einen starken Block und über die starke Außenposition einen unglaublichen Lauf hatten. Die Spielerwechsel auf Stuttgarter Seite drehten das Spiel komplett, da die Dettinger dem höheren Druck der Gäste überhaupt nichts entgegen zu setzen hatten. Kunz versuchte dem Spiel mit den Wechseln Wörner für M. Kaiser und Grimm im Zuspiel für Hornung nochmals eine Wende zu geben, aber dem TSV wollte nichts mehr gelingen. Nach den beiden gewonnenen Sätzen war es kaum nachvollziehbar, aber die Gäste konnten den 3. Satz sehr deutlich mit 25:10 gewinnen.

Nun war das Spiel wieder offen. Wie würde die Mannschaft dieses Debakel verarbeiten? Kunz brachte M. Kaiser zurück in die erste Sechs, im Zuspiel ließ er Grimm auf dem Feld. Der TSV zeigte von Anfang an, dass er die Punkte doch behalten wollte. Zwei Zuspiele von Grimm auf St. Kaiser und M. Kaiser mit Druck auf der Aufschlagposition, schon lagen die Hausherren 3:0 in Front. Dieser Vorsprung hielt aber nicht lange, in der Folge wechselte die Führung ständig. Das Spiel wurde intensiver und auch etwas besser. Plötzlich sahen sich die Dettinger durch einen Annahmefehler und zwei schwache Angriffe 11:14 im Nachteil. Aber nun folgte kein neuerlicher Einbruch, sondern  eine starke Phase des TSV, den der blockstarke Schwarz im Spiel hielt. Zum Matchwinner entwickelte sich aber ein Fünfzehnjähriger: Adam Peller kam beim 20:19 zum Aufschlag und nach einem direkten Ass brachte er die Gäste mit seinen Flatteraufschlägen so durcheinander, dass sie kaum mehr sinnvoll aufbauen konnten. Die Folge war eine 23:19-Führung und damit eine Vorentscheidung. Nach einem Angriffsfehler war es St. Kaiser, der den umjubelten Matchball verwandelte. 25:22 hieß es am Ende des Spiels. Der Sieg war möglicherweise bereits der  Klassenerhalt, wenn die Dritte Liga nicht dazwischenfunkt…

Trainer Kunz war mit dem Ergebnis, aber nicht mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden: „Wir waren heute über das ganze Spiel hinweg sehr verkrampft und haben nur selten unser Potential abgerufen. Dennoch hat das Team in den entscheidenden Momenten die Punkte gemacht und einen ungemein wichtigen Sieg eingefahren. Adam hat das Match heute entschieden und damit einmal mehr seine Fähigkeiten gezeigt, das war für einen 15-jährigen schon extrem abgezockt. Jetzt haben wir es am kommenden Wochenende in Freiburg selbst in der Hand und nachdem wir jetzt lange für diese Situation gearbeitet haben, werden wir dort einen großen Kampf abliefern.“

Es spielten: Fennell, Fröscher, F. und P., Grimm, Hornung, Kaiser, M. und St., Kreis, Peller, Schleicher, Schwarz, Vogel und Wörner.

One thought on “Dettingen nutzt große Chance zum Klassenerhalt

  1. Daniel Schwarz Daniel Schwarz

    Und dass es alle nochmal sehen! In einem teilweise engen Spiel konnte sich der 15-jährige Adam Peller am Ende als Matchwinner feiern lassen. 🙂

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