Dettingen trotzt allen Problemen – und siegt

In der Volleyball-Regionalliga gibt es einen 3:1-Sieg (22, 20, -14, 22) gegen Eningen.

Nach einer langen Durststrecke konnten die Dettinger Regionalliga-Volleyballer wieder einen Sieg feiern und das taten sie ausgiebig. Und dazu hatten sie mehrfach Grund. Denn zunächst sah es sehr düster aus: beim letzten Training am Freitag verletzte sich Mittelblocker Daniel Schwarz, gerade von seinem Fingerbruch genesen, so schwer, dass er wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfällt. Da auch Schneider noch lange ausfällt, bleiben mit Jens Schleicher und dem 15-jährigen Adam Peller nur noch zwei Mittelblocker. Nachdem mit Kunz und Grimm auch zwei Zuspieler nicht einsatzfähig waren, lag zudem die ganze Last auf dem jungen Florian Hornung. Trotz der ganzen Umstände zeigten aber die Älbler drei Sätze lang, dass sie in der Liga mithalten können, nur ein Satz ging daneben, das aber gründlich.

Trainer Dennis Kunz wählte in seiner Anfangsaufstellung wieder die sichere Variante und nahm mit Felix Fröscher und David Wörner zwei Annahmespezialisten aufs Feld. Dem Duo Hornung/Schleicher gelang gleich ein schöner Angriff über die Mitte, dann aber gaben die Gäste den Ton an. Dettingen musste beim Stand von 5:10 eine Auszeit nehmen und Kunz erinnerte seine Männer an die gesteckten Ziele. Stephan Kaiser und der starke Felix Fröscher, dem gute Angriffe über außen gelangen, machten das Dettinger Spiel anschließend variantenreicher. So fand sich der TSV und konnte zum 14:14 ausgleichen. Noch einmal zogen die Gäste kurz weg, bevor Stephan Kaiser mit einem Kracher die Wende einläutete. Marcus Kaiser ersetzte F. Fröscher am Netz um noch mehr Druck zu machen und dieser führte sich gleich gut ein. Noch einmal setzte Hornung Schleicher gut in Szene, bevor Wörner den Satz mit 25:22 für die Hausherren beendete.

Dettingen setzte sein erfolgreiches Spiel im 2.Satz von Beginn an fort. Die Gäste von der Achalm kamen zwar einige Male über die Mitte zum Erfolg, auch war der Diagonalangreifer erfolgreich, aber die Hausherren überstanden diese kurzen Einbrüche gut. Wörner setzte mit seinen Aufschlägen die Gäste stark unter Druck, was zwangsläufig zu Fehlern auf deren Seite führte. Eningen fand nicht zum gewohnt sicheren Spiel, während die TSV-Angreifer Punkt um Punkt machten. Am Ende ging auch der 2. Satz klar mit 25:20 an die Hausherren.

Umso überraschender verlief Satz 3. Von Beginn an taten sich die Angreifer des TSV schwer, den Ball gegen die stärker abwehrenden Gäste ins Feld zu bringen. Der Spielaufbau wurde ungenauer und die Schwierigkeiten immer größer. Eningen spielte dagegen mächtig auf und ließ Dettingen kaum mehr eine Chance. Starke Aufschläge und ein variables Spiel über die Mitte und den Außenangriff verunsicherten die Älbler, die einfach keine Linie mehr fanden. Auch der Wechsel mit Konstantin Vogel für David Wörner brachte keine wesentliche Änderung im Satzverlauf. Erst am Schluss erwachte der Kampfgeist wieder, mehr als eine Ergebniskosmetik zum sehr deutlichen 14:25 gelang aber nicht.

War das einer der Einbrüche, die das Team schon manchen Punkt gekostet haben? Zunächst sah es gar nicht danach aus, denn der für Fröscher zu Satzbeginn gekommene Marcus Kaiser wuchtete zwei Sprungaufschläge ins gegnerische Feld und sorgte für die erste Führung. Als auch der junge Peller in der Mitte immer frecher wurde, konnte man im Dettinger Lager hoffen. Einige unglückliche Aktionen im Dettinger Spiel und clevere Lobs der routinierten Gäste – und schon war der TSV 9:12 hinten. Kunz brachte Fröscher zurück um die Annahme zu stablisieren und er erfüllte die Aufgabe perfekt. Nun nahmen die Kaisers das Heft in die Hand, Marcus mit mehreren sehenswerten Aufschlagshämmern und Stephan am Netz sorgten für den ersten Vorsprung, F. Fröscher über außen und Peller mit guten Blocks in der Mitte sicherten ihn. Gute Abwehraktionen des starken Liberos Fennell und Fröscher führten zu einer deutlichen Führung. Am Ende wurde es zwar durch einige Fehler noch einmal kurz spannend, aber Schleicher machte den erlösenden 24. Punkt und der Satz ging 25:22 an den TSV, der damit einen wichtigen Sieg einfahren konnte. Entsprechend groß war der Jubel der Spieler, die viel Frust abschütteln konnten und der zahlreichen treuen Zuschauer.

Auch Kunz war nach dem Spiel sehr glücklich über die drei Punkte: „Nach dem Schock der Verletzung im Freitagstraining war die Moral schon sehr am Boden. Aber schon beim Aufwärmen war zu spüren, dass die Mannschaft eine „Jetzt erst Recht-Einstellung“ entwickelte. Nach dem holprigen Start kamen die Jungs stark ins Spiel und spielten zwei Sätze auf gutem Niveau. Im dritten kamen einige Dinge zusammen und so war dieser schnell weg. Danach war natürlich die Frage, wie das Team mit dem Druck umgehen würde, da wir ja auch im Hinspiel nach 2:0-Führung nur knapp gewinnen konnten. Aber Marcus hat das Spiel mit seinem Auftreten entschieden. Er hat mit seinem kraftvollen Spiel die Richtung vorgegeben und die Mannschaft ist ihm dankbar gefolgt. Dies ist umso beeindruckender, da er gerade im Prüfungsstress ist und nur zum Spiel von Darmstadt kommen konnte. Dieses Signal zeigt uns auch für die kommenden Aufgaben den Weg.“

Es spielten: Fennell, F. und P. Fröscher, Hornung, M. und St. Kaiser, Kreis, Peller, Schleicher, Vogel und Wörner.

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