Dettingen konnte seine Chance nicht nutzen

Volleyball Regionalliga: Ärgerliche 1:3-Niederlage des TSV beim USC Freiburg

Punkt(e) verschenkt – so war die Stimmungslage bei den Dettinger Spielern und Fans nach der Niederlage beim Tabellenvierten. Da gleichzeitig der zweite Freiburger Verein überraschend gegen den Dritten Friedrichshafen gewann, wird für die Dettinger der sichere Platz 7 wieder schwerer erreichbar. Dennoch hat der TSV den Klassenerhalt immer noch selbst in der Hand, auch wenn Stuttgart und Heidelberg wieder näher heranrücken.

Nach der beschwerlichen Anfahrt mit Stau auf der Autobahn und vor dem Freiburger Fußballstadion war die Spielvorbereitung nicht optimal. Trainer Dennis Kunz vertraute seiner in den letzten beiden Spielen erfolgreichen Formation mit den Youngstern Hornung auf der Zuspielposition und Peller in der Mitte. Der TSV  musste sich erst ins Spiel kämpfen und verdankte es in der Anfangsphase vor allem Stephan Kaiser, den die Gastgeber nicht in den Griff bekamen, dass der USC nicht davonziehen konnte. Wörners Aufschlagass brachte den TSV erstmals mit 7:6 in Führung, dann wurde das Spiel sehr intensiv, wobei die Freiburger in engen Situationen einfach cleverer agierten und sich einen 3-Punkte-Vorsprung erarbeiteten. Wieder war es Wörner, der mit seinen Aufschlägen verkürzen konnte. Die nächste Phase entschied den ersten Satz: Dettingns Annahme wackelte, machte ein sicheres Zuspiel unmöglich und so konnten die Angreifer wenig ausrichten. Immer wieder konnte Freiburg die Angriffe entschärfen und im Gegenzug selbst den Punkt machen. Der USC hatte leichtes Spiel, die nun verunsicherten Gäste brachten zu wenig Aufmerksamkeit in der Abwehr und Angriffssicherung auf und leisteten kaum mehr Gegenwehr. Dettingen verlor den Satz verdient 18:25.
Kunz brachte im zweiten Satz nach einer deutlichen Ansprache Marcus Kaiser für Wörner, um mehr Druck in den Angriff zu bekommen. Und Kaiser führte sich gleich mit einem Sprungaufschlag gut ein. Der TSV trat nun selbstbewusster auf und nahm das Zepter in die Hand. Der starke Felix Fröscher konnte über außen punkten, mit Hornungs Einerblock wurde ein klares Signal auf die gegnerische Seite gesandt. Jetzt wackelten die Hausherren, die zwischenzeitlich nur von leichten Eigenfehlern der Gäste profitierten, aber sonst dem TSV das Feld überlassen mussten. Wieder waren es die Kaisers und F. Fröscher, die gut von Hornung in Szene gesetzt, den Vorsprung auf fünf Punkte ausbauen konnten. Grundlage waren starke Abwehraktionen von Libero Fennell und der Kampf um jeden Punkt. Gegen Satzende wurde es noch etwas spannend, weil Dettingen nicht mehr ganz so konsequent spielte, aber der Satz ging 25:22 an den TSV.
Dettingen auf dem richtigen Weg? Man hätte es nach dem Satzgewinn annehmen müssen, denn der Auftritt war überzeugend gewesen. Ganz anders präsentierte sich das Kunz-Team aber zu Beginn des 3. Satzes. Aufschläge ins Aus, Angriffe in den Freiburger Block und auch sonst wenig gelungene Aktionen nagten wieder am Selbstvertrauen der Gäste, die sich regelrecht gegenseitig ansteckten. Vogel kam noch für M. Kaiser, aber die Gäste fanden keine Ruhe mehr. Freiburg schlug gut auf, Dettingen konnte aus einer schlechteren Annahme nicht mehr effektiv aufbauen und agierte in engen Situationen überhastet. Das 15:25 war die deutliche Quittung.
War´s das? Zunächst sah es danach aus, denn die Freiburger zogen über 4:0 schnell auf 9:5 davon. St. Kaiser und Vogel mit seinen effektiven Aufschlägen brachten die Älbler wieder heran, jetzt konnte sich auch der Block mit Kaiser und Schleicher besser positionieren. Folgerichtig gelang den Gästen beim 9:9 der Ausgleich, sie bestimmten nun das Spiel. Aber gerade in dieser wichtigen Phase stellten sich die Dettinger in einigen Situationen ungeschickt an: Blockaktionen führten nicht zum Erfolg, Aufschläge und Angriffe gingen ins Aus, zwei Mal ließ man den Aufschlag leichtsinnig ins Feld fallen. Die Folge ein erneuter 11:16-Rückstand. Aber noch einmal setzten sich die Gäste zur Wehr. Vogels Aufschläge verunsicherten weiter die Freiburger Annahme, die Gastgeber leisteten sich ihrerseits nun Fehler, sodass die Gäste nach einem sehenswerten Einerblock von Hornung und einem Aufschlagpunkt von Peller zum 20:20 ausgleichen konnten. Nun folgte ein dramatisches Satz- und Spielende: Zwei schwache Blockaktionen der Gäste und ein falsch eingeschätzter Ball, der noch ins Feld fiel, brachten Dettingen ins Hintertreffen, M. Kaiser glich mit zwei spektakulären Angriffen über außen aus und… an die letzten beiden unglücklichen Aktionen werden sich  die Mannen um Trainer Kunz noch lange zurückerinnern. Statt des möglichen Satzausgleichs gab es mit dem 23:25 eine unnötige, schmerzliche und vielleicht wichtige Satz- und Spielniederlage in der Universitätsstadt.

Trainer Dennis Kunz war nach dem Schlusspfiff hin und hergerissen: „Wir haben in diesem Spiel wieder unsere ganze Bandbreite gezeigt. Zu Beginn zu zaghaft und abwartend für die Regionalliga, dann mit einem ganz starken Satz, dem ein deutlicher Einbruch folgte. Im vierten Satz haben wir großen Kampfgeist gezeigt, aber insgesamt zu viele Fehler gemacht. Außerdem hat der gegnerische Außen, der im letzten Jahr noch in der 2. Liga war, überragend gespielt. Sehr bitter, denn diese Punkte hätten wir angesichts der sonstigen Ergebnisse sehr gut gebrauchen können. Jetzt erwarten uns noch sehr spannende Wochen.“

Es spielten: Fennell, F. Fröscher, Hornung, M. und S. Kaiser, Kunz, Peller, Schleicher, Schwarz, Vogel und Wörner.

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