Volleyball: Dettingen geht am Bodensee nicht unter

Regionalliga: Trotz einer 1:3-Niederlage konnte der TSV lange mithalten

Das Spiel in der legendären ZF-Arena nutzte Trainer Dennis Kunz  mehr zur Möglichkeit alle Spieler im Kader für die nun anstehenden entscheidenden Spiele um den Klassenverbleib einzustimmen. Die Vorgabe war, den Tabellenzweiten zu fordern und dabei den Fokus auf das eigene Spiel zu legen. Die Arbeit aus dem Training sollte umgesetzt werden und der Kampf um jeden Ball gegen den auf dem Papier klar stärkeren Gegner stand im Vordergrund. Alle noch verfügbaren Spieler, zum Teil aus der zweiten Mannschaft, erhielten die Chance sich vor den richtungweisenden Spielen nochmals unter Wettkampfbedingungen zu zeigen. Dabei gab es durchaus einige Lichtblicke.

Da Markus Kaiser, Felix Fröscher und außer Hornung kein Zuspieler zur Verfügung standen, startete Kunz mit dem abwehrstarken Alex Kreis und David Wörner auf der Außenposition. Und das sah – im Gegensatz zum Hinspiel in Heidenheim – gleich gut aus. Dettingen ging 6:4 in Führung, konnten aber den starken Friedrichshafener Diagonalangreifer mehrmals nicht stoppen. Dennoch gaben die Gäste nicht nach, kamen durch Mittelangreifer Schwarz und Kreis nochmals zu einer Führung, bevor der Faden etwas verloren ging. Ein Aufschlag ins Aus, zwei verunglückte Annahmen, zwei umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, schon war der Vorteil wieder weg. Nochmals konnte St. Kaiser sein Team heranbringen, bevor Altmeister B. Sude mit zwei cleveren Punkten die Einheimischen deutlicher in Front brachte. Nun folgte eine sehr intensive Phase, in der den Gästen einiges gelang, in der aber auch die Friedrichshafener über außen stark waren.  Am Ende schlug der TSV zwei Bälle ins Aus und musste den Satz 22:25 abgeben. Schade.

Kunz brachte im zweiten Satz gleich drei neue Spieler: Peter Fröscher auf der Liberoposition für Fennell, den jungen Adam Peller für Schleicher in der Mitte und Konstantin Vogel für Wörner auf der Außenposition. Bis zum 10:8 war der TSV dank Peller, Vogel und Kaiser in Front, dann drehte das Spiel auch wegen einer vom ersten Schiedsrichter ins Spiel gebrachte Hektik. Schuld daran war eine für beide Seiten nicht nachvollziehbare Linie bei technischen Fehlern. Hornung gelang noch ein schöner Block, aber alles, was dem TSV gelang, zerrann durch Fehler in der Annahme und Schwächen im Spielaufbau wieder: Block ins Aus, Aufschlag ins Aus, Aufschlag ins Netz. Ein Schlussspurt nützte nichts mehr, der 2. Satz ging 20:25 verloren. Aber dass hier der Zweite gegen den Zweitletzten spielte, war nicht sichtbar.

Kunz brachte Schleicher für Schwarz und Wörner wieder für Kreis und der fügte sich mit einem Lob zum 5:4 gut ein. Die Führung machte die Älbler aber nicht ruhiger, gleich fünf Bälle in Folge wurden „versiebt“. Beim Stand von 7:11 musste man sich schon Sorgen um die Gäste machen, aber die kamen zurück. Kunz wechselte beim 12:13 wieder Schwarz für Peller ein. Dreimal St. Kaiser, dann Vogel mit effektiven Aufschlägen und Schwarz über die Mitte brachten eine erste Wende. Nun folgte ein sehenswerter Kampf um jeden Ball, bei dem kein Team sich absetzen konnte. Das Zusammenspiel von Hornung und dem Schnellangriff wurde immer besser, mehrmals konnte auch der Block den Gegner bezwingen. Von 19:22 schaffte der TSV zunächst den Ausgleich, bevor es St. Kaiser vorbehalten war den 25:23- Satzerfolg einzufahren.

Erinnerungen das Hinspiel wurden geweckt, als der TSV ebenfalls 0:2 hinten gelegen war und die Wende noch geschafft hatte. Vor allem die Art und Weise wie der Satz am Ende gedreht wurde machte Hoffnung auf einen spannenden weiteren Spielverlauf. Leider begann auch der 4.Satz unnötig hektisch, weil beide Teams mit den Entscheidungen des 1. Schiedsrichters nicht zufrieden sein konnten und dadurch der Rhythmus auf beiden Seiten immer wieder zerstört wurde. Kaiser und Wörner hielten die Gäste bis zum 8:10 weiterhin im Rennen, bevor die Gastgeber den Turbo zündeten. Die dynamischen Angreifer der Gastgeber konnten nun aus allen Positionen punkten, wobei der Diagonalangreifer einen tollen Lauf hatte. Bei 9:19 brachte Kunz noch einmal Kreis für Vogel und auch Ralph Klein aus der zweiten Mannschaft durfte noch sein Debüt geben. Der TSV konnte aber nicht mehr mithalten und musste letztendlich den Satz sehr deutlich 12:25 abgeben. Friedrichshafen spielte einen perfekten Satz, bei Dettingen lief nicht mehr viel zusammen.

Dennoch konnte Trainer Kunz ein positives Fazit ziehen: „Ich habe heute bewusst allen Spielern im Kader die Möglichkeit gegeben, sich noch einmal im Wettkampf zu zeigen und in dieser tollen Halle zu spielen. Ich war mit dem Spiel, insbesondere auch mit Florian Hornung sehr zufrieden. Auch sonst haben heute einige Spieler gezeigt, dass sie eine gute Option für den Stamm sein können. Schwankungen im Spiel sind ohne die entsprechende Trainingsarbeit normal und so war es klar, dass uns am Satzende einfach vier bis fünf Punkte fehlen. Umso höher ist der Gewinn des dritten Satzes einzuordnen. Einzig negativer Aspekt war, dass wir im vierten Durchgang nach dem Zwischenspurt des VfB nicht mehr an uns geglaubt haben.“

Es spielten: Fennell, F. und P. Fröscher, Hornung, St. Kaiser, Klein, Kreis, Peller, Schleicher, Schwarz, Vogel und Wörner.

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