H1: Dettingen nutzt Chance auf Punktgewinn nicht

Ärgerliche 1:3-Niederlage des Regionalligisten in Durmersheim

Bei der Bundesliga-Reserve der Volleyballhochburg Durmersheim kann man verlieren, denn die 2.Mannschaft der Hausherren verfügt annähernd durchgehend über Zweitliga-Erfahrung. Die Art und Weise aber, wie sich die Mannen um Dennis Kunz selbst um die Früchte ihrer Arbeit brachten, war wieder einmal ärgerlich.
Nach dem langfristigen Ausfall des starken Mittelblockers Andi Schneiders und der Abwesenheit von Kristian Grimm auf der Zuspielposition musste Trainer Kunz wieder einmal umstellen. Immerhin kehrte Schwarz nach seiner Handverletzung in die Mitte zurück, Kunz selbst übernahm das Zuspiel. In Erwartung der gefährlichen Aufschläge der Hausherren  wollte der TSV zu Beginn  mit F. Fröscher und Wörner  die Annahme stark machen, diese Maßnahme funktionierte aber nicht. Die Einheimischen setzten die Dettinger wie erwartet unter Druck, aber die Annahme fand überhaupt keine Abstimmung. Daraus resultierten etliche direkte Fehler und ansonsten konnten die Gäste keine wirkungsvollen Angriffe aufbauen. Häufig blieb man am Block hängen oder die Abwehr verteidigte den Ball um anschließend selbst zu punkten. Kunz musste beim Stand von 2:9 eine Auszeit nehmen, die einen Zwischenspurt einläutete, der aber vom überragenden Durmersheimer Angreifer mit der Nummer 16 jäh beendet wurde. Erst beim Stand von 7:15 gelang den Gästen ein Blockpunkt, andererseits wurden die eigenen Angriffe nicht konsequent zu Ende gebracht, was es der Durmersheimer Abwehr immer wieder leicht machte. Zwei Aufschläge ins Aus rundeten dann das schlechte Bild ab, das die Älbler im ersten Satz abgaben. Der Gast wurde regelrecht überrollt, das 12:25 – eine klare Sache.

Kunz musste handeln und er brachte M. Kaiser für Wörner, um auf der Außenposition mehr Durchschlagskraft zu erhalten. Und tatsächlich kam der TSV besser ins Spiel was am Ende durch den 25:23-Satzgewinn belohnt wurde. Von Beginn an wurde um jeden Punkt gekämpft, wobei jetzt die Gastgeber unter Druck gerieten, denn die Kaiser-Brüder und vor allem Schwarz konnten sich mehr und mehr durchsetzen. Aber immer, wenn sich die Dettinger herangearbeitet hatten, brachten sie sich durch individuelle Fehler um die Chance, einen Vorsprung zu erarbeiten. Erst Schwarz gelang es mit drei gelungenen Aufschlägen, sein Team  19:16 in Front zu bringen. Nun folgte eine starke Phase des TSV, in der die Abwehr um den starken Libero Fennell um jeden Ball kämpfte und durch St. Kaiser den Vorsprung ausbauen konnte. Aber gerade als man die Hausherren schon abgeschrieben hatte, kamen diese wieder ins Spiel, so dass es am Ende noch knapp wurde. Trotzdem holte sich Dettingen den Satz verdient mit 25:23.

War das nun die Wende? Mit der gleichen Aufstellung ging es in den dritten Durchgang, der erfolgversprechend begann. St. Kaiser, Peller und gleich darauf Schwarz blockten den starken Durmersheimer Außenangreifer erfolgreich ab,  der TSV ließ sich auch durch zwei unglückliche Aktionen nicht aus dem Konzept bringen und zog über 10:8 auf 15:12 davon. Dabei konnte sich der junge Peller mehrfach über die Mitte auszeichnen. Ein höherer Vorsprung wurde in dieser starken Phase des TSV durch einfache Fehler verhindert. Dennoch konnte das Kunz-Team bis zum 18:15 vor allem durch St. Kaiser und F. Fröscher  einen 3-Punkte-Vorsprung halten. Dann folgte eine Gala-Einlage der Durmersheimer Nr. 16, der in dieser wichtigen Phase seine ganze Routine ausspielte und die Hausherren zum 21:21-Ausgleich führte. Leider musste F. Fröscher in dieser Phase verletzungsbedingt vom Feld. Der TSV ließ dennoch nicht locker, ging durch den eigewechselten Wörner am Aufschlag nochmals 23:21 in Führung und verschenkte in der hektischen Schlussphase seine Chancen auf den Satz- und damit auch auf einen Punktgewinn doch noch. 23:25 siegten die Hausherren, nachdem es lange nach einem Dettinger Satzerfolg ausgesehen hatte.

Im vierten Satz wurde die vorentscheidende Wirkung des vergangenen Satzes deutlich. Wieder hatten der TSV die Hand am Sieg gehabt, um in der entscheidenden Phase nicht konsequent genug zu agieren und somit den Erfolg dem Gegner zu überlassen. Der TSV konnte die Enttäuschung über den Satzverlust nicht ablegen, wirkte unsicher und ließ schon zu Beginn viele leichte Fehler zu. Kurz sah es so nach einem Durchmarsch der Hausherren aus, dann besannen sich die Gäste, kamen wieder ins Spiel und holten durch Wörner und St. Kaiser  zum  6:9 auf. Anschließend wurden aber wieder die Schwächen der Gäste in der Annahme gnadenlos ausgenutzt. 10:18 lag der TSV hinten, bevor er mit Wörner und den Kaiser-Brüdern wieder Boden gutmachten konnte. Schleicher kam dabei für Peller, um mehr Erfahrung im Block auf das Feld bringen zu können. Konnte man beim 14:18 noch an eine Wende glauben, sahen die TSV-Fans dann ein schnelles Ende, denn den Gastgebern gelang fast alles, der TSV hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Das 25: 16 am Ende des vierten Satzes war zwar auch in der Höhe verdient, der Sieg der Hausherren insgesamt hatte aber zeitweise an einem seidenen Faden gehangen.

In den kommenden Partien wartet mit Konstanz und Friedrichshafen die Tabellenspitze auf den TSV, aber die Dettinger beschäftigen sich im Moment mehr mit sich selbst und werden versuchen, die wieder besser gewordene Trainingssituation für sich zu nutzen.

Spielertrainer Kunz haderte sehr mit dem Ende des dritten Satzes: „Wir haben nach einem miserablen Start wieder gut ins Spiel gefunden und mit Durmersheim auf Augenhöhe gespielt. Leider haben wir im dritten Satz am Ende wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen. Ich dachte nach dem gewonnen zweiten dass wir dieses Problem der Hinserie im Griff hätten, aber da lag ich wohl falsch. Wenn wir diesen Satz gewinnen, haben wir einen Punkt sicher und hätten uns viel Selbstvertrauen für die kommenden Wochen mitnehmen können. So stehen wir wieder mit leeren Händen da und haben erneut einen Verletzten.“

TSV: Fennell, Felix und Peter Fröscher, Hornung, Stephan und Markus Kaiser, Kreis, Kunz, Peller, Schleicher, Schwarz, Wörner.

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