Volleyball-Oberliga: Unerwartete Erfolge schmecken besonders süß

Dank der besten Saisonleistung feiert VolleyAlb Dettingen gegen den TSV G.A. Stuttgart 3 mit 3:0 (20, 19, 30) den ersten Erfolg der noch jungen Saison vor einer überschaubaren Zuschauerkulisse in Gerstetten. Auch wenn der klare Sieg am Ende durch eine Nachlässigkeit nochmal auf Messers Schneide stand, hatte sich die Mannschaft von Trainer Dennis Kunz diesen ersten „Dreier“ durch eine starke Vorstellung verdient.

Gegen die mit einigen ehemaligen Zweitligaakteuren angereisten Stuttgarter hatten sich die Gastgeber nach ihren bisherigen Spielen nicht unbedingt etwas ausgerechnet. Aber wahrscheinlich war es gerade diese unterschiedliche Erwartungshaltung, die der Mannschaft den Druck nahm und sie deutlich befreiter als zuletzt aufspielen ließ.

Kunz startete mit der gewohnten Formation und zunächst entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen für die Gäste aus der Landeshauptstadt. Adam Peller konnte seine Farben zwar durch gute Aufschläge mit 3:1 in Führung bringen, aber Stuttgart setzte die Dettinger Annahme um Libero Peter Fröscher ebenfalls direkt unter Druck und konterte zum 3:4. Der TSV glich aus, sah sich aber anschließend wieder einem Rückstand gegenüber. Mit dem jungen Zuspieler Johannes Kamper am Aufschlag kippte die Partie zu Gunsten der Hausherren. War es in diesem Moment die starke Blockreihe mit Peller, Schwarz und Kaiser, die nach einem 8:11 für die 12:11-Führung sorgte, waren es in der Folge immer wieder erfolgreiche Schnellangriffe über Daniel Schwarz, die dem TSV diese Führung sicherten. Mit Ralph Klein am Aufschlag konnten sich die Dettinger zum 20:17 noch weiter absetzen und die Kombination von guten Aufschlägen in Verbindung mit guter Block-, Abwehrarbeit brachten den 25:20-Satzerfolg.

Stuttgart reagierte und stellte im Mittelblock um, um Schwarz besser in den Griff zu bekommen. Allerdings war diese Maßnahme nur bedingt erfolgreich, da Schwarz damit im Block gegen den stärkeren Schnellangreifer der Gäste stand und diesen mehrfach erfolgreich aus dem Spiel nahm. Der TSV reagierte seinerseits auf die Umstellung und verlagerte sein Angriffsspiel mehr auf die Außenpositionen, auf denen Peller und Stephan Kaiser zuverlässig punkteten. Da auch die Aufschläge immer wieder Wirkung zeigten und die Bälle aus der Abwehr gut verwertet wurden, zog die Heimmannschaft über 8:3 und 17:10 deutlich davon. Von der Unsicherheit des letzten Spiels war nichts mehr zu spüren, die Mannschaft trat sehr homogen auf, die Abstimmung zeigte sich stark verbessert. Beim Stand von 19:12 erhöhten die Gäste das Aufschlagrisiko und kamen so noch einmal heran. Kamper konnte durch die ungenauere Annahme sein Spiel nicht mehr ganz so variabel gestalten und damit kam der Block der Stuttgarter besser ins Spiel. Über 19:15 kam die „Alli“ auf 20:18 heran, aber wieder war es die Blockreihe Peller, Schwarz und Kaiser, die mit den Punkten dem 24:18 für die Entscheidung in diesem Satz sorgten. Mit 25:19 gewann der TSV auch diesen Durchgang und holten sich die 2:0-Satzführung.

Die Gäste witterten nun aber ihre Chance und hielten den Druck im Aufschlag konstant hoch. Die Mannschaft des TSV hielt aber weiter stark dagegen und da Kamper auch in schwierigen Situationen immer wieder gute Lösungen in seinem Passspiel hatte, blieb das Spiel ausgeglichen. Kunz brachte beim 12:12 Felix Gall für den gehandicapt ins Spiel gegangenen Ralph Klein auf Außen. Beim Stand von 13:14 ging Kaiser zum Aufschlag und setzte dem Gegner mit seinen Sprungaufschlägen ordentlich zu. Die Folge war eine 17:14-Führung, die die Gäste zwar wieder ausgleichen konnten, aber der an diesem Tag stark aufschlagende Fabian Dietz stellte den 3-Punkte-Abstand wieder her (21:18). Zwar konnte Stuttgart noch einmal zum 22:22 ausgleichen, aber Adam Peller führte sein Team beim 24:22 zum ersten Matchball. Ein starker Aufschlag von Peller konnten die Stuttgarter nur auf die Netzkante annehmen und dort wartete schon Daniel Schwarz um seinen starken Auftritt zu krönen. Zum Entsetzen seines Trainers und zur Überraschung aller setzte er den sogenannten „Dankeball“ aber nicht wie gewohnt in des Gegners Feld , sondern platzierte ihn direkt neben dieses. Die routinierten Gäste nahmen das Geschenk dankend an und hatten beim 24:25 ihrerseits Satzball. Etwas glücklich konnte der TSV diesen abwehren und das Spiel nahm einen dramatischen Verlauf. Je zweimal hatte jedes Team die Möglichkeit auf den Satzgewinn und beide vergaben jeweils gute Chancen, bevor es Fabian Dietz mit zwei starken Aufschlägen gelang, das Spiel zu entscheiden. Mit 32:30 gewann der TSV den dritten Satz und damit das Spiel.

Trainer Dennis Kunz hatte nach dem Spiel noch ein Schmunzeln über die fast spielentscheidende Szene im Gesicht: „Daniel hat heute ein starkes Spiel gezeigt und dann ausgerechnet den Matchball leichtfertig verschenkt. In diesem Moment habe ich damit gerechnet, dass uns der Fehler Satz und Spiel kosten würde, da die Stuttgarter immer stärker wurden. Heute haben die Männer gezeigt, dass sie aus den ersten Niederlagen die richtigen Schlüsse gezogen haben. Ich hoffe, sie begreifen dass dies nur der erste Schritt auf unserem Weg gewesen sein kann. Felix hatte heute einen ordentlichen Einstand und hat gezeigt, dass er eine Alternative ist. Ich möchte aber auch nicht unterschlagen, dass wir heute im dritten Satz in einigen Situationen vom Schiedsrichter begünstigt wurden, aber das hatten wir auch schon im umgekehrten Fall. Ich kann dennoch die Enttäuschung der Stuttgarter verstehen, da das Spiel durchaus hätte kippen können.“

Es spielten: Dietz, Fröscher, Gall, Kaiser, Kamper, Klein, Peller und Schwarz.

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