Oberliga-Volleyball: Volley Alb Dettingen wieder mit bitterer Heimpleite

Trotz eines überragend spielenden Adam Peller setzt es gegen den MTV Ludwigsburg 2 erneut eine eher unnötige 2:3-Niederlage (-19, 14, -22, 24, -10).

Mit der zusätzlichen Option in Person von Konstantin Vogel auf der Bank ging der TSV optimistisch in das Heimspiel in der ordentlich gefüllten Landkreishalle. Den Erfolg gegen Stuttgart im Rücken wollte das junge Team die Leistung bestätigen und zeigen, dass es einen Schritt weiter ist. Trainer Dennis Kunz begann mit der zuletzt erfolgreichen Mannschaft und nach den ersten Punkten hatte man den Eindruck, dass an diesem Tag ein Erfolg durchaus in Reichweite ist. Körperlich war man dem Gegner überlegen und das Spiel ließ sich gut an. Beim Stand von 4:5 wurde dem TSV ein erfolgreicher Block wegen eines Netzfehlers aberkannt und in der Folge brach das Angriffsspiel unerklärlicherweise völlig zusammen. Ludwigsburg machte weitere sechs Punkte in Folge, die aber hauptsächlich Dettinger Angriffsfehlern geschuldet waren. Bis zum 5:12 fand die Heimmannschaft nicht den Weg in das gegnerische Feld und auch im weiteren Verlauf zeigte sich das Team um Stephan Kaiser stark verunsichert. Die eigenen Angriffe waren nun vor allem über die Mitte und über Adam Peller auf Außen erfolgreicher, aber im Block-, Abwehrbereich ließ man viele, viele Chancen ungenutzt. So war es nicht überraschend, dass der MTV seinen Vorsprung stabil halten konnte. Beim 11:21 sah sich Kunz zum Handeln gezwungen und brachte mit Konstantin Vogel für Johannes Kamper einen neuen Zuspieler. Dies war nicht ohne Risiko, da Vogel erst am Mittwoch von einer Hawaii-Reise zum Iron Man zurückgekehrt war und gerade mal ein Training absolviert hatte. Vogel machte seine Sache aber gut und am Ende des Satzes ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Auch wenn der Spielstand beim 14:24 aussichtslos war, kämpfte sich das Team mit Vogel am Aufschlag ins Spiel hinein und konnte noch bis zum 19:24 verkürzen bevor der erste Satz verdient an die Gäste ging.

Das Team konnte die Energie aber mit in den zweiten Durchgang nehmen und spielte von Beginn an furios auf. In der Mitte waren die Schnellangreifer Daniel Schwarz und Fabian Dietz nicht zu halten, Peller punktete weiter aus nahezu jedem Ball und auch der Block-, Abwehrbereich um Libero Peter Fröscher hatte nach ausgeglichener Anfangsphase ganz starke Szenen. Über 11:8 und 16:10 zog der TSV auf 23:13 davon und begeisterte das Publikum mehrfach durch seine intensive Spielweise und gewonnene heiß umkämpfte Ballwechsel. Die Stimmung in der Halle war grandios und Dietz beendete mit einem Aufschlag den Satz zum 25:14 und stellte in Sätzen auf 1:1.

Im dritten Abschnitt gingen die Dettinger Festspiele zunächst weiter. Peller setzte auch am Aufschlag ein Zeichen und brachte seine Mannschaft mit 4:1 in Führung. Dabei waren einige Ballwechsel wieder sehr umkämpft und wurden erst nach vielen Netzüberquerungen für den TSV entschieden. Dennoch sollte dies schon ein Manko im Dettinger Spiel zeigen. Kaiser & Co benötigten einfach zu viele Chancen um den Punkt zu machen und das intensive Spiel forderte in der Folge seinen Tribut. Zunächst konnte die Mannschaft von der Ostalb noch die Führung halten, aber zu viele einfache Fehler beim Block und am Aufschlag bauten den Gegner auf und machten es ihm einfach mit 9:8 in Führung zu gehen. Im weiteren Verlauf schaffte es das Heimteam nicht mehr in der Annahme sein Niveau zu halten und auch im Block gegen den neu ins Spiel gekommene Diagonalangreifer Klassen konnten die Vorgaben von Trainer Kunz nicht umgesetzt werden. Kunz reagierte und brachte bei 11:17 mit Felix Gall für Ralph Klein einen neuen Annahmespieler. Schwarz führte sein Team mit guten Aufschlägen sofort auf 14:17 heran, aber weiterhin hatte der TSV Probleme bei eigenem Aufschlag zu punkten und so den Vorsprung zu verkürzen. Die Aufschläge zu einfach, im Block zu passiv. So konnten die Gäste aus der Barockstadt ihre Führung relativ entspannt bis zum Satzende bei 22:25 verteidigen.

Kunz startete wieder mit Klein auf Außen in den vierten Durchgang, aber am Spielverlauf änderte sich nichts. Die Mitte war nicht mehr so dominant, wurde aber auch nicht konsequent eingesetzt und über die Außenpositionen war es einzig Peller, der sich konstant durchsetzen konnte. Ludwigsburg spielte es ruhig und clever und konnte sich schnell wieder über 6:8 auf 6:13 absetzen. Wieder war es Peller am Aufschlag, der seine Mannschaft im Spiel hielt und bis zum 12:13 heranführte. Aber sofort hatte der TSV wieder Schwierigkeiten und musste erneut abreißen lassen. Kunz brachte wieder Gall für Klein um mehr Stabilität zu haben. Dietz gelang es noch einmal die VolleyAlb-Jungs von 16:20 auf 19:20 heranzubringen, aber näher kam der TSV zunächst nicht. Beim 22:24 sah man sich zwei Matchbällen gegenüber, mit Stephan Kaiser am Service schafften die Dettinger tatsächlich noch die Wende. Vier Punkte am Stück und damit den 26:24-Satzgewinn. Dramatik pur also in der Landkreishalle, das Publikum war begeistert.

Bis zum 3:3 verlief der 5. Satz ausgeglichen, dann war es ein gut verteidigter Schnellangriff, der dem MTV das Minibreak und in der Folge eine 3:7-Führung brachte. Von diesem Rückstand erholte sich der TSV nicht mehr. Zu viel Kraft hatte das intensive Spiel gekostet, zu häufig war man einem Rückstand hinterhergelaufen. Dettingen schaffte es nicht mehr, den Vorsprung der Gäste zu verkürzen und musste mit 10:15 den Entscheidungssatz abgeben.

Nach dem Spiel war die Enttäuschung im Lager der Dettinger groß. Auch Trainer Kunz hatte an der Niederlage zu knabbern: „Unser Start ins Spiel war heute sehr enttäuschend, da wir über eine gute Annahme ins Spiel gekommen sind, aber am Netz nicht punkten konnten. Konstantin hat nach seiner Einwechslung einen sehr guten Job gemacht und der Mannschaft neue Impulse gegeben. Der zweite Satz war überragend, hat aber sehr viel Energie gekostet, die uns im weiteren Verlauf gefehlt hat. Vor allem im Aufschlag haben wir danach nur noch vereinzelt Druck gemacht und dies war zu wenig. Der MTV hat es besser gemacht und unseren Libero fast komplett aus dem Spiel genommen und den Druck auf die Außen hoch gehalten. Adam hat dennoch heute sein ganzes Potential gezeigt und ein überragendes, fast fehlerloses Spiel gemacht. Leider wurde er am Ende nicht konsequent genug eingesetzt. Der dünne Kader hat heute sicher auch eine Rolle gespielt, da wir sehr viel über die Mitte gegangen sind, diese Belastung aber letztlich zu hoch war, was sich dann im Blockbereich ausgewirkt hat. Die Niederlage war nicht nötig, aber man muss die Leistung des Gegners anerkennen, die über das Spiel deutlich konstanter agiert haben.“

Es spielten: Dietz, Fröscher, Gall, Kaiser, Kamper, Klein, Peller , Schwarz und Vogel.

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